Padilha

Lar Padilha — ein Heim für Kinder im Süden von Brasilien

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Padilha liegt ca. 70 km von Porto Alegre auf dem Land in schöner, hügeliger Landschaft. Das Kinderheim von Padilha wird von der Michaelsgemeinde schon seit Anfang der achtziger Jahre unterstützt. Die Partnerschaft wurde durch den damaligen Pfarrer und Dekan Valentin Kaffenberger gegründet. Kaffenberger war selbst einige Jahre lang Pfarrer in der lutherischen Kirche in Brasilien. Er arbeitete unter anderem in der evangelischen Gemeinde in Novo Hamburgo, die das Projekt in Padilha initiierte. 1978 entstand das Heim, das zunächst nur für Kinder bestimmt war, deren Mütter eine Auszeit brauchten. Doch dann zeigte sich schnell, dass es sehr viel größere Nöte gab, um die sich die Einrichtung kümmern musste.

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Pfarrer Sebaldo Nörnberg gründete nicht nur dieses Heim, sondern auch eine Schule in Novo Hamburgo, sowie einen großen Kindergarten zu dem von Anfang an auch eine Kinderkrippe gehörte. Die Einrichtungen wurden zu einer eigenen Organisation zusammengefasst, die „ABEFI“ genannt wird. Die ABEFI, die von der Lutherischen Gemeinde in Novo hamburgo als Diakonische Einrichtung tätig ist, betreut zur Zeit neun verschiedene Jugendhilfeeinrichtungen. In Padilha leben etwa 70 Jugendliche, die von Jugendämtern und Jugendgerichten zugeteilt werden. Die meisten der Kinder zwischen 8 und 16 Jahren haben Erfahrung mit Drogen und Drogenhandel, Prostitution und Gewaltkriminalität. Der Aufenthalt im Heim bietet für sie die unvergleichliche Chance, ein geregeltes Leben kennen zu lernen und Zugang zu Schulen und Ausbildungseinrichtungen zu bekommen. Jeder, der aus der Michaelsgemeinde in den letzten Jahrzehnten dort zu Besuch war, berichtet von der freundlichen und zugewandten Atmosphäre im Heim. Hier wird eine segensreiche Arbeit geleistet. Einige der Kinder, die verwahrlost in das Heim kamen, arbeiten heute als Pädagogen und helfen so mit, die Spirale von Armut und Kriminalität zu durchbrechen.

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Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Integration der Kinder in ihre Familien. Sie sollen die Erfahrungen, die sie im Heim machen, in ihre Familien bringen, um diese zu stabilisieren. Für diese Arbeit wurde das Kinderheim im Jahr 2007 unter mehr als 200 registrierten Organisationen bei einem Wettbewerb der Assoziation brasilianischer Richter ausgewählt und erhielt einen 4. Platz. Zum Heim gehört auch eine Farm, die die Versorgung der Einrichtung unterstützt.

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Die Michaelsgemeinde hat die Arbeit dort auf vielerlei Weise unterstützt. Sie fördert insbesondere Projekte, die durch die finanziellen Zuwendungen der städtischen Kostenträger nicht gedeckt werden. So schaffte die Gemeinde Computer und einen großen Bus an, finanzierte die Beratung durch einen Jugendpsychiater sowie eine Psychopädagogin. Es wurde Kücheneinrichtung und eine große gewerbliche Waschmaschine angeschafft, ein Fischteich angelegt und Material für die Bauunterhaltung an Gebäuden finanziert.